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Uruguay oder Brasilien, hauptsache Afrika

Kurze Meldung aus dem Sommer-, Prüfungs- und Reiseloch: Dass Beschreibungen grundsätzlich mal nichts mit der eigentlichen Sendung zu tun haben müssen beweist heute eindrucksvoll tvmovie.de

Screenshot: tvmovie.de

Der Praktikant, der vor der WM sein Geld auf Brasilien setzte ist jetzt wahrscheinlich auch nicht mehr sonderlich glücklich…

Facebook ist (gar) nicht (so) schlecht

Es muss unheimlichen Spaß machen, über Facebook, Google und Co medial her zu ziehen. Sinn macht das, was sich in den letzten Tagen in SZ und ZEIT fand nämlich überhaupt keinen.

Man möchte meinen, dass Bernd Graff mit seinem (leider noch nicht online abrufbaren) Artikel „Das neue Profil des Menschen“ (SZ vom 5./6. Juni) und Götz Hamann mit seinem Text „Facebook – Im Sog der Masse“ (ZEIT vom 3.6.) um den Titel des bizarrsten und abwegigsten Aufsatzes zu diesem Thema wetteifern.

Es ist dieser Tenor vom unmündigen Facebook-Benutzer, der gedankenlos seine Daten und Privatsphäre  herschenkt, die einen allmählich wahnsinnig machen. Aber der Reihe nach.

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Noch in der Überschrift stellt die Zeit die recht entscheidende Frage, deren ehrliche Beantwortung den kompletten nachfolgenden Artikel eigentlich obsolet machen könnte:

Ein Datenschutzskandal jagt bei Facebook den nächsten. Trotzdem wächst die Internetfirma rasant. Aber wem schenken 470 Millionen Erdenbürger da eigentlich ihr Vertrauen? Und warum?

Nun, die einfachste Antwort ist: Weil wir wollen. Die zweit einfachste: Weil wir können.

Weiter schreibt er: „Facebook maßt sich vor allem eines an: Es will bestimmen, was öffentlich ist und was privat und wie viel Selbstbestimmungsrecht der Einzelne in der Frage hat.“ Ich kann nicht nachvollziehen, wie man das behaupten kann. Als ich das letzte Mal bei Facebook war (so vor ca. 2 Minuten), konnte noch ich bestimmen, welche Daten und Informationen ich weitergebe. Ja, es gibt bestimmte Daten, die man angeben muss. Das sind der Name, eine funktionierende eMail-Adresse sowie das Geburtsdatum. Von diesen drei (!) verpflichtenden Angaben lassen sich zwei (eMail-Adresse und Geburstag) hinterher wieder ausblenden. Bleibt der Name, und ohne den kann ein soziales Netzwerk nicht funktionieren, weil es ja darum geht, andere zu finden und das passiert nun mal gemeinhin, in dem man nach den Namen sucht. Schon in Telefonbüchern (sehr 1.0) macht man das so. Auf die Möglichkeit, dass man einen falschen, unvollständigen oder zumindest abgeänderten Namen angibt muss man eigentlich gar nicht eingehen, so offensichtlich ist sie. Obwohl, für Herrn Hamann scheint es nicht erwähnenswert zu sein.

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Der ganze Artikel hätte im Endeffekt im Konjunktiv verfasst sein sollen. Denn fast keiner der Aspekte, die Hamann gegen die Vertrauenswürdigkeit von Facebook anführt ist in der Nutzung unausweichlich. Ja, Facebook schaltet Werbung auf den eigenen Seiten. Ja, ich kann sie anklicken, für gut befinden und es alle meine Freunde wissen lassen. Ja, wenn ich auf diese Weise ein Paar Schuhe von adidas meinen Freunden empfehle hat das natürlich eine andere Wirkung, als wenn sie das selbe Paar Schuhe an einer Litfaßsäule in München sehen.

Nur: Ich muss es nicht machen. Und ich mache es nicht. Und von meinen Facebook-Freunden macht es auch niemand. Das ist natürlich nicht repräsentativ, aber: Entscheidend ist doch, dass ich das Facebook-„Erlebnis“ in vollen Zügen genießen kann, ohne andere Leute mit Werbung vollzumüllen oder Facebook selber mit für sie wertvollen Datensätzen zu versorgen.

Das gilt für die Werbung auf Facebook internen Seiten ebenso wie für das vor nicht allzu lange Zeit eingeführt Werbemodell der „Instant Personalization“. Auch hier gilt: Ja, ich kann mein Facebook-Profil mit anderen Service-Anbietern, z.B. yelp verbinden. Ja, Facebook vergrößert damit seine Reichweite deutlich über das eigene Angebot hinaus. Aber auch hier ist doch das Entscheidende, dass ich als Nutzer das einfach nicht annehmen muss. Man muss es doch nicht Facebook vorwerfen, dass sie dieses Angebot zu Verfügung stellen. Mann kann doch nicht den Vorwurf konstruieren, dass alleine die Möglichkeit, dieses Angebot zu nutzen, ein weiterer Schritt zur vollständigen Offenbarung meiner Persönlichkeit im Netz ist. Es sind doch diejenigen, die auf dieses Angebot bewusst (!) eingehen, den man einen Vorwurf machen muss. Wenn keine Nachfrage an einem solchen Service vorhanden wäre, würde es ihn gar nicht geben. 470 Millionen Menschen nehmen doch nicht vollkommen blind alles an, was Mark Zuckerberg ihnen vor der Nase baumeln lässt.

Und ebenso muss doch beachtet werden, dass ich keinen, wirklich überhaupt keinen Nachteil habe, wenn ich all diese Angebote ausschlage. Kritisch wäre es natürlich, wenn ich beispielsweise nur dann Fotos hochladen oder Nachrichten verschicken könnte, wenn ich bestimmte Dienste nutzte, die direkt oder indirekt Facebooks Datenarsenal vergrößern. Das ist aber nicht der Fall. Es gibt quasi unendlich viele Möglichkeiten aber keine davon ist ein Muss.

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In ähnliche Hörner stößt auch der SZ-Artikel, allerdings mit nochmal weniger nachvollziehbarem Fundament: Graff attestiert Facebook „zum Teil aggressive Geschäftsgebahren“. Puh. Gut, dass im irgendjemand noch das „zum Teil“ davor gesetzt hat, aber selbst mit der Einschränkung bleibt das doch irreführend. Aggressivität sieht für mich ja anders aus. Aggressives Geschaftsgebahren ist für mich, wenn mich ein deutschen Proleten-Comedian im Fernsehen anbrüllt, und mir erzählt, welcher sein Laden ist. Mag sein, dass Facebook wirtschaftlich mit harten Bandagen kämpfen. Das aber festzustellen und zu kritisieren ist reichlich überflüssig. Kaum ein Markt dürfte härter umkämpft sein als „das Internet“ und dort insbesondere alles, was mit Werbung zu tun hat. Dass Facebook nicht die Heilsarmee ist, nun wirklich kein Geheimnis.

Nach einige Absätzen ist Graff dann aber in Hochform und schießt sich so richtig auf Facebook als neumodische Rasterfahnder und Profiler an.

Nicht das ausverkaufte Fußballstadion liefert Auskünfte, sondern die nach Merkmalen heruntergebrochene Menge – etwa derjenigen, die einen Sitzplatz auf der Nordseite haben, Wurst essen, aber kein Bier trinken, karierte Mützen tragen und eine Sonnenbrille und immer fünf Minuten zu spät kommen.

Und er folgert:

Damit lässt sich etwas anfangen.

Wirklich? Ich glaube nicht. Vielleicht verstehe ich einfach die Feuilletonisten-Logik dahinter nicht, aber ehrlich gesagt fällt mir auch einen Tag, nachdem ich das zum ersten Mal las nichts ein, was sich mit den Informationen anfangen ließe.

Nun bin ich kein Stadiongänger sondern Facebook-Nutzer, aber für mich hat er da eine Analogie zusammen geschustert:

Menschen, die X ihre Lieblingsspeise nennen, den Sport Y niemals betrieben haben und nichts gegen weiße Socken einzuwenden haben, wählen Z.

Mal abgesehen davon, dass  ich aus den Politik-Veranstaltungen zu Wahlforschung dann doch ganz andere relevante Theorien zum Wählerverhalten mitgenommen habe (keine davon hatte mit Lieblingsessen und Socken zu tun, sondern eher mit Erziehung, sozialem Umfeld und rational-choice) sind mir Profilfelder für Lieblingsspeise, Sport, der noch nie betrieben wurde oder bevorzugte Sockenfarbe nicht bekannt. Ein Feld zur politischen Einstellung gibt es zwar, aber ich kenne nur wenige, die dort etwas Richtiges und Sinnvolles angeben, und wenn, dann ließe sich das meistens auch aus eindeutigen Gruppenmitgliedschaften erschließen.

Würde ich das lesen, ohne Facebook besser zu kennen wäre ich wohl ebenso empört wie der Autor. Aber nur solange bis ich herausfände, dass Facebook mir nicht vorschreibt – so wie Graff es suggeriert – dass ich sämtliche von ihm angeführten Vorlieben und Interessen  auspacken muss, bevor ich meinen lange verschollenen Cousin in den USA (wie oft ich das schon lesen musste…) wieder finden kann.

Eigentlich wollte ich nach dem Mist mit der Lieblingsspeise und den Socken schon alles in die Ecke werfen, bin aber froh, mich dann doch eines besseren entschieden zu haben, weil das eigentliche Highlight noch kommt.

Googles und Facebooks Maschinen lernen gerade, Korrelationen herzustellen, keine Kausalzusammenhänge. Sie erkennen keine Bedeutung. Sie verfeinern Muster. Was etwa passt noch zum Profil eines Mannes in seinen besten Jahren, der unbedingt mit dem Rauchen aufhören möchte, niemals Jeans einer bestimmten Marke und niemals Boxershorts trägt, die Band The National für sich entdeckt und Bob Dylan wie Bowie nie verloren hat, selten zum Friseur geht, alte Autos fährt, Computer liebt und Fahrräder ohne Gangschaltung, häufig friert und sowieso Fußballfan ist? Was ist noch damit verbunden und was lässt sich daraus alles ableiten, prognostizieren und verallgemeinern? Über den Mann, seine Clique, seine Klientel? […] Welche Zielgruppe entsteht überhaupt erst, sagen wir: für den Verkauf von Haarshampoo?

Meine Vermutung: Gar keine.

Vollkommen unklar bleibt wie vorher schon, woher Facebook (oder plötzlich auch Google) diese Daten haben könnte. Das Beispiel ist eine so absurde Konstruktion einer Welt, die Graff als Wahrheit hinstellt, ohne nur im Entferntesten auf die Möglichkeit einzugehen, dass facebook auch nur das sammeln kann, was eine Mitglieder ihm zur Verfügung stellen.

Vielleicht hilft ja ein Blick auf die das Facebook-Profil von Bernd Graff, um zu sehen, woher diese Fehleinschätzungen kommen. Auf den ersten Blick: ja und nein.

Irgendwie ist es schon nicht sonderlich konsequent, sich über die Datenwut von Facebook zu echauffieren und gleichzeitig allen Besuchern seiner Seite die Möglichkeit zu geben, über seine Pinnwand zu sehen, wann er morgens im Büro und abends in seiner Wohnung angekommen ist. Ich weiß jetzt, wann und wohin er umgezogen ist, und dass er einen Grateful Dead-Ohrwurm hatte. Würde ich all das allen 470 Millionen Facebook-Nutzern so auf dem Silberteller präsentieren und nicht nur meinen ca 120 facebook-Freunden, die das im Zweifel schon wissen, ich würde wohl auch paranoid werden.

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Dass das hier jetzt so ausführlich wird passt mir eigentlich gar nicht sonderlich, weil beide Artikel eigentlich zu leicht zu durchschauen sind. Und dennoch wurmt es mich jedes mal aufs Neue, wenn ich diese Un- oder zumindest Halbwahrheiten lese.

Ja, ich nutze Facebook, oft und gerne, aus verschiedensten Gründen. Aber ich bin kein unkritischer, unreflektierter Jünger von Mark Zuckerberg und seinem Unternehmen. Ich achte auf meine Daten und das, was ich von mir auf Facebook preisgebe überlege ich mir sehr genau. Und nicht nur ich, sondern fast alle, die ich kenne. Mir kommt es immer häufiger so vor, als ob altere Jahrgänge wider und wieder Anlass und/oder eine Verpflichtung sehen uns (und damit meine ich die Generation von Menschen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, und deren Mitglieder wohl einen sehr großen Teil an Nutzern sozialer Netzwerke ausmachen dürfte)  darauf hinzuweisen, wie gefährlich dieses „Internet“ ist, gerade so, als ob wir das nicht wüsste. Ich glaube beim besten Willen nicht, dass das notwendig ist. Es wird uns nicht einmal zugetraut, dass wir verantwortungsvoll mit unserer Privatsphäre umgehen können und zwar in einem Medium, dass für uns sehr viel vertrauter ist als für diejenigen, die uns erklären wollen, wie es funktioniert.

Ich werde doch einigermaßen oft gefragt, ob ich denn auch in diesem Facebook sei, und ob das nicht sehr gefährlich sei und überhaupt. Liest man ja auch immer in der Zeitung. Die einzigen Menschen, die ich kenne, die sich von Zeitungsartikeln mit oben geschildertem Tenor beeinflussen lassen sind jene, die nicht bei Facebook sind und/oder allgemein nicht sonderliche Internet-affin. Jeder, der sich nur die Mühe macht, sich nur wenige Stunden mit Facebook und seinen Möglichkeiten und Funktionen vertraut zu machen, entlarvt die Graffs und Hamanns der deutschen Zeitungen schon nach wenigen Zeilen.

Gleichzeitig gibt man Kritikern wie Ilse Aigner massig Raum, um ihre Vorbehalte zu veröffentlichen. Nun mögen die teilweise sicherlich berechtigt sein, nicht alles, was facebook macht, muss und kann man lieben. Unter anderem moniert Aigner, dass man in den Sicherheitseinstellungen von facebook einige kritische Funktionen eigenhändig deaktivieren muss. Das ist richtig. Ist aber möglich und dauert, selbst wenn man googlen muss, wo und wie genau es funktioniert, maximal 10 Minuten. Ich wüsste ja gerne mal, wo die opt-in-Funktion zur Vorratsdatenspeicherung und zu ELENA ist. Wobei selbst opt-out da schon ein Fortschritt wäre.

Die grobe Botschaft in vielen Zeitungen lautet ja doch recht deutlich, dass man sich besser von Facebook abmelden sollte, um seine Ablehnung zu demonstrieren. So könne man seine Nutzer ja wirklich nicht behandeln, und nur mit sinkendem Umsatz würden sie in Kalifornien die Zeichen verstehen.

Ich hätte so recht explizite Aufforderungen in auflagenstarken Zeitungen ja gerne gelesen, als heraus kam, dass bei Lidl systematisch Mitarbeiter per Video und Detekteien überwacht wurden. Dazu haben sich die Lidl-Mitarbeiter weder freiwillig angemeldet, noch konnten sie sich aussuchen, welchen Teil ihrer Daten sie dem Unternehmen überlassen und eine opt-out-Politik, was die Video-Überwachung angeht gab und gibt es dort wohl auch nicht.


Es wird geschmeichelt

Flattr also ist dieses neue, wahrscheinlich auch irgendwie sehr web 2.0-mäßige Etwas, das derzeit einigermaßen Schlagzeilen macht, zumindest dort, wo solche Sachen eben nochschon Schlagzeilen machen können.

Worum es geht, ist schnell erklärt: Flattr ist ein  Micropayment-Dienst. Wer sich dort anmeldet (was momentan nur auf Einladung geht, da es sich in einer closed-beta-Phase befindet), hat die Möglichkeit, Geld auf sein Konto dort zu laden. Dieses Geld wird auf pfiffige Art und Weise verteilt und zwar an Betreiber von Blogs und sonstigen ernsthaften Seiten. Auf ihnen finden am Ende von Einträgen/Artikeln Buttons, die man als flattr-Benutzer anklicken kann und damit anzeigt, dass vorstehender Inhalt für mich als Leser in welcher Art auch immer wertvoll war, und ich bereit bin, dafür Geld zu zahlen. Die Höhe des Betrags wird am Monatsende ermittelt. Die Summe meiner Klicks dient als Divisor für ein monatliches Budget (2€, 5€ oder 10€), und ich halte einen Durchschnittswert, der mir anzeigt, wie viel jeder einzele Klick ‚wert‘ ist (dieser Durchschnitt scheint momentan bei ca. 0,15€ zu liegen. Wirklich aussagekräftig ist das aber bisher noch nicht, da die Abrechnung für den Monat Mai die erste war). Mein ursprüngliches Budget wird darauf an die von mit geflatterten Blogs (usw.) anteilig aufgeteilt, wobei im Moment noch 10% des Betrags als Provision bei flattr selber bleiben.

Es ist nicht der erste Versuch, ein solches System zu etablieren, einiges deutet aber darauf hin, dass flattr dauerhafter Erfolg haben könnte als seine Vorgänger: Mit-initiiert wurde flattr von Peter Sunde, der nicht etwa irgendein Schwede ist, sondern auch der Co-Gründer von ThePirateBay.org, einem der größten und populärsten BitTorrent-Tracker der Welt. Der Mann hat also zumindest annähernd Ahnung von dem, was in diesem Internet so möglich ist. Was aber ebenfalls für flattr spricht, ist seine rasche Ausbreitung. Nicht nur auf größeren (vor allem deutschsprachigen) Blogs, darunter der lawblog, spreeblick.com und coffeeandtv.de finden sie die orang-grünen Buttons immer mehr, nein, der größte Erfolg, die meiste Reichweite dürfte wohl die flattr-Implementierung auf dem Online-Auftritt der Berliner taz sein. Auch dort ist man von den ersten Ergebnissen durchaus erfreut, und man darf gespannt sein, wie sich die Nutzerzahlen, und damit auch die am Ende umgesetzten Beträge mit der Zeit wachsen werden. In den nächsten Wochen ist laut Interview mit Peter Stunde auf netzpolitik.org mit der Veröffentlichung einer nicht-beta-Version zu rechnen.

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Ich finde den Ansatz  flattr aus zwei Gründen interessant:

Er widerspricht massiv der so oft mantra-artig wiederholten These, es gäbe im Internet eine ‚Generation Kostenlos‘, die sich nicht bewusst ist, dass auch das nicht gedruckte Wort/Bild seinen Wert hat. Wie oft wurde erklärt, dass das Internet das Ende des etablierten Journalismus sei, und welch vehementen Manifeste wurden dagegen gesetzt…

Es gibt keine Generation Kostenlos. Es gibt eine junge Generation von Menschen, die sehr genau weiß, dass Qualität ihren Preis hat, und die gerne bereit sind, für Qualität zu zahlen. Genau das beweist flattr. Die Zeiten, in denen ein Chefredakteur festlegen konnte, welche Artikel, und seien sie noch so schlecht, ich mit dem Kauf meiner Tageszeitung erwerbe, sind, Gott sei Dank, vorbei. Es mag ja sein, dass Paid-Content die Zukunft ist, um deutsche Redaktionen vor ihrem Untergang zu retten. Es kann aber nicht die Lösung sein, pauschal ein großes Schloss vor den eigenen Inhalt zu setzen, das nur gegen Bezahlung geöffnet wird, so wie das das Hamburger Abendblatt mit allen Artikeln über „Hamburg und den Norden“ gemacht hat (Ironischerweise kann man deren Seite problemlos kostenfrei nutzen, wenn man sie über Google aufruft. Weil gefunden werden sollen die kostenpflichtigen Artikel ja bitteschön dennoch).

Ich  möchte wissen, wofür ich bezahle, und ich möchte nicht für Mist bezahlen. Qualität hat sich immer meistens durchgesetzt, und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

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(Sieht eigentlich noch jemand in flattr eine nette Analogie zu iTunes, was die Möglichkeit angeht, einzelne Teile eines Ganzen zu kaufen, anstatt das überteuerte Gesamtwerk, das einem nicht gefällt, mit zu erwerben?)